Kapitel
1: Das Integral
Bei der Integralrechnung geht es darum, die Fläche zu berechnen,
die der Graph in einem bestimmten Integral mit der x-Achse einschließt.
In der Abbildung 1 sieht man einen Graphen der Funktion f(x) = x2.
Die rot markierte Fläche ist die zu bestimmende Fläche. Sie geht
von 0 bis 1. D.h., in dem Integral [0;1].
Wie man nun diese Fläche bestimmt, wird im Folgenden annähernd mit
der Unter- und Obersumme bestimmt.

(Abb.1: f(x) = x2)
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Kapitel
2.1: Untersumme
Mit Hilfe der Untersumme kann man die Fläche
des Integrals annähernd bestimmen, man erhält aber nie
den exakten Wert. Hierfür zeichnet man viele kleine Rechtecke
unterhalb des Graphen ein:

(Abb.2: f(x) = x2)
Hier wurde das Intervall [0;1] in 6 Teilintervalle
eingeteilt. Jedes Teilintervall hat die Länge von .
Die Höhe von jedem Rechteck kann man bestimmen, sie ist jeweils
die Funktion f(x). Berechnet man also alle Einzelflächen und
addiert sie zum Schluss, so hat man einen annähernden Flächeninhalt:

Der Flächeninhalt beträgt also bei einer Einteilung von 6 Teilintervallen
ca. 0,25. Je mehr Teilintervalle man nun wählt, desto mehr kommt man an
den richtigen Flächeninhalt heran.
Allgemein für n-Teilintervalle bei der Untersumme
gilt:
Die in der Klammer stehenden Zahlen sind die Summe der Quadratzahlen von 0
bis (n-1). Dafür gibt es folgende Formel:

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Kapitel
2.2: Obersumme
Mit der Obersumme erhält man einen etwas größeren
Flächeninhalt, als der tatsächliche. Im Kapitel Normalparabel
wird dann ein Mittelwert von Ober- und Untersumme ermittelt:

(Abb.3: f(x) = x2)
Die Obersumme ermittelt man genauso wie die Untersumme,
nur mit dem Unterschied, dass es jetzt nicht bei f(x0)
sondern bei f(x1) beginnt:

Der Flächeninhalt für die Obersumme beträgt also 0,42.
Allgemein für n-Teilintervalle bei der Obersumme gilt:

Die in der Klammer stehenden Zahlen sind die Summe
der Quadratzahlen von 1 bis n. Dafür gibt es folgende Formel:

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Kapitel
2.3: Normalparabel:
Bislang wurde mit der Ober- und Untersumme nur ein
annähernder Wert für Fläche berechnet. Nun soll
aber der tatsächliche Flächeninhalt bestimmt werden.
Man weiß, dass 0,25 < A > 0,42 sein muss, denn die Obersumme ist
zu groß und die Untersumme zu klein.
Um den Flächeninhalt genau bestimmen zu können, muss man die Teilintervalle
gegen unendlich streben lassen, d.h., dass die Breite von den Rechtecken gegen
0 streben. Man bildet den Grenzwert der Ober- und Untersumme:

Also ist die gesuchte Fläche A = 1/3 in dem
Intervall [0;1].
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Kapitel
2.4: Orientierter Flächeninhalt
Bei dem orientierten Flächeninhalt muss man
unterscheiden zwischen positiven und negativen Flächen. Ist
die Fläche oberhalb der x-Achse, so ist sie positiv. Ist die
Fläche unterhalb der x-Achse, so ist sie negativ:

(Abb.4: f(x) = (x-1)(x²-4))
Wenn man bei diesem Beispiel (s. Abb.4) den orientierten
Flächeninhalt berechnen soll, so muss man die Fläche
B von der Fläche A abziehen, da A im positiven und B im negativen
Bereich liegt:
Orientierte Fläche = (+A) + (-B)
Es müssen nicht immer nur 2 Flächen sein,
es können auch 4 oder mehr Flächen vorhanden sein. Beim
orientierten Flächeninhalt spielt also das Vorzeichen eine
wichtige Rolle.
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Kapitel
2.5: Tatsächlicher Flächeninhalt
Beim tatsächlichen Flächeninhalt spielt das Vorzeichen keinerlei
Rolle. Hier rechnet man mit den Beträgen der einzelnen Flächeninhalte
(s. Abb.4):
Tatsächliche Fläche = |A| + |B|
Allgemein kann man sagen, dass der orientierte Flächeninhalt
immer dann kleiner als der tatsächliche Flächeninhalt
ist, wenn es positive und negative Flächen gibt.
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Kapitel
3: Grundintegrale
In den Kapiteln 1 und 2 wurde bislang immer nur die
Funktion f(x) = x² und das Integral [0;1] behandelt. Jetzt
sollen zum einen mit anderen Funktion gerechnet werden und zum
anderen andere Integrale verwendet werden, z.B: f(x) = 3x³ [1;2]
Zuerst soll aber ein anderes Integral benutzt werden:
[0;b]
Die Fläche unter der Normalparabel im Integral [0;b] ist:
A = b3/3
Wie in Kapitel 2.3 berechnet wurde, ist die Fläche A = 1/3. Jetzt ist
das Integral [0;1] sondern [0;b]. Man ersetzte also einfach für 1 = b
ein (b = allg.)
Um es zu beweisen kann man von Kapitel 2.1 - 2.3 für 1 = b einsetzen,
so erhält man am Ende, wenn man alles richtig gemacht hat: A = b3/3
Es gibt z.B. folgende Grundintegrale:
[
wobei c = const.]
Mit diesen Grundintegralen kann man man jetzt mehr
Integrale berechnen. Beim Integralzeichen steht b immer oben und
a immer unten. Ein Rechenbesipiel:
Bestimme den Flächeninhalt:
f(x) = 4x4 [2;3]

Im Folgenden Kapitel werden viele Besipiele und Regeln
genannt, wie man integriert, auch bei komplizierteren Funktionen.
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Kapitel
4: Regeln beim Integrieren
Intervalladditivität, Summenregeln u.a. sind
nur einige Regeln, die im Folgenden ausführlich erklärt
werden.
Faktorregel:

Steht also ein konstanter Faktor c in der Funktion, so kann er vor das Integral
gezogen werden.
Summenregel:

Eine Summe wird gliedweise integriert.
Intervalladditivität:

Man kann die Integrale zusammenfassen zu einem Integral.
Definitionen:

Sind die Intervallgrenzen vertauscht, so setzt man vor dem Integralzeichen
ein negatives Vorzeichen und dreht Intervallgrenzen um.

Sind die Intervallgrenzen gleich, bzw. die Beträge gleich und besitzt
die Funktion ungerade Exponenten beim x, so ist die Fläche null, s. Beispiel.
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4.1:
Beispielaufgaben
Im Folgenden werden alle bisher benannten Regeln
an Beispielen angewendet und einige weiterführende Aufgaben
gerechnet:
1. Berechnen Sie den Flächeninhalt
:

Lösung:
 |
/ Intervalladditivität |
 |
/ Summenregel |
 |
/ Faktorregel |
 |
/ Grundintegrale |
 |
/ Ausrechnen |
| = 670,83 |
/ Ergebnis |
2. Berechnen Sie den Flächeninhalt, der
von dem Graphen der Funktion f(x) und der gerade g(x) eingeschlossen
ist:
f(x) = x2
g(x) = 3x
Lösung:
1. Schnittpunkte berechnen, indem man gleichsetzt:
f(x) = g(x)

Der Graph und die Gerade (hier Ursprungsgerade) schneiden sich von
der x-Achse aus gesehen im Punkt 0 und 3.
2. Man berechnet die Flächen, die der Graph
und die Gerade mit der x-Achse einschließt im Integral
[0;3]
Fläche(Graph): 9
Fläche(Gerade): 13,5
Um jetzt die eingeschlossene Fläche von der Gerade und
dem Graphen zu erhalten, muss man die Flächen voneiander
subtrahieren:
13,5 - 9 = 4,5
Also ist die eingeschlossene Fläche 4,5 groß.
3. Gegeben ist eine Funktion f(x) = -x2 +
6x. Bestimmen sie eine Ursprungsgerade so, dass die Fläche über
der x-Achse genau um die Hälfte geteilt wird.
1. Man definiert eine Ursprungsgerade: g(x) = kx
2. Man berechnet den zu teilenden Flächeninhalt:

3. Schnittpunkte berechnen:
Ein Schnittpunkt ist der Ursprung, da es sich 1. um eine Ursprungsgerade
handelt und 2. der Graph durch den Ursprung verläuft.

Schnittpunkte: 0 und 6-k !
4. Berechnung der Gerade:

Hinweis: Um jetzt die Lösung möglichst einfach zu
erhalten, wende ich das Substitutionsverfahren an, d.h., ich
setze für 6-k = n ein.

Um jetzt das richtige Ergebnis zu bekommen, muss ich wieder
für n = 6-k einsetzen:

Die Ursprungsgerade, die den Flächeninhalt genau teilt,
lautet: g(x) = 1,24x
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Kapitel
5: Stammfunktion
Ist eine Funktion differenzierbar, so heißt
sie Stammfunktion: F'(x) = f(x), d.h., dass die
Ableitung der Stammfunktion F(x) der Funktion f(x) entspricht.
Bildung einer Stammfunktion, wenn f(x) gegeben ist
(allgemein):
Für jede integrierbare Funktion f: [a,b] ist
eine Integralfunktion F definiert:

Ist F eine Stammfunktion der stetigen Funktion:
Beispiel:

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